Osterlehrgang 2026
Der Osterlehrgang 2026 fand vom 28. März bis 01. April im Freizeitdorf "Flensunger Hof" statt. Die 7 Dozenten vor Ort waren Keith Harris, Jeannette Mozos del Campo, Marco Ludemann (Plektruminstrumente), Julia & Christian Zielinski, Jan Masuhr (Gitarre) und Christina März (Kontrabass). Es besuchten uns 51 zupfbegeisterte Teilnehmer, davon sogar eine Spielerin aus Großbritannien und zwei aus Kanada.
Das musikalische Programm des Lehrgangs bot u.a. in Ensemblebesetzung die Stücke "Springtime" aus "Four Seasons", "Sweet Corn", "Black Jack", "Suite Armorique" und "Dampfwalzer". Das abendliche Lehrgangsorchester stand unter der Leitung von Marco Ludemann. Er brachte uns u.a. die Stücke "Raekoja Plats" von Robert Schulz und "Reverie de Poete" von Giuseppe Manente mit. Marco konnte erneut mit seinem präzisen Dirigat, dem Fokus auf Dynamik und seinem freundlichen Wesen überzeugen. - Sein ständiges Zupforchester "Estrellita" in den Niederlanden ist zu beneiden!
Die Themen am Abend waren "Schlagmuster der rechten Hand" bei Keith, "Rhythmik" bei Jan und zur großen Freude "Tanz" bei Christina. Das kurzweilige "Kolleg" von Jeannette befasste sich mit der "Entstehung und Entwicklung der Zupforchester im 20. Jahrhundert", und Christian brachte uns aus dem Rahmen seiner Lehrtätigkeit "Die Kunst des Übens" näher. Beide Inhalte haben unseren Lehrgang bereichert und "klingen nach". Eine Zugabe gab uns Susan McLaughlin aus Kanada. Sie berichtete uns von den Umständen und Entwicklungen der Zupferszene in Kanada und den vereinigten Staaten. - Eine ganz andere Welt...
Danken möchte ich erneut den Dozenten und allen helfenden Händen vor Ort für die freundliche Zusammenarbeit, der sehr guten Herberge sowie dem Vorstand des BDZ Hessen und dem Land Hessen für die Unterstützung dieses Lehrgangs.
Stefan Rein, Mai 2026
Meinung und Kritik der Teilnehmer
Für mich war es ja der erste Osterlehrgang. Ich spiele Gitarre im Herkules-Ensemble Kassel und das mit großer Freude! Bei voller Besetzung sind wir höchstens 15 Spieler. Es war daher ein besonderes Erlebnis, erstmals mit so vielen anderen im Lehrgangsorchester zu musizieren. Die Abstufungen von sehr leise bis zu einem mächtigen Fortissimo beeindruckten mich besonders bei dem Werk des australischen Komponisten Robert Schulz "Raekoja Plats". Die Atmosphäre dieses Ortes in Tallinn wird in diesem Stück malerisch ausgedrückt. Die Klangfarben der einzelnen Stimmen und das mächtige Anschwellen in den Tutti-Passagen sorgten bei mir für wiederkehrende Gänsehauteffekte! Dirigent Marco Ludemann leitete konzentriert, und das weniger durch verbale Anweisungen als durch seine heitere Präsenz. Ein zustimmendes Nicken, ein mahnendes Kopfschütteln genügten. Bei den drei anderen, teils umfangreichen Werken hätte ich mir für mich selbst eine gründlichere Vorbereitung gewünscht. Die Zeitspanne vor dem Lehrgang war für mich zu kurz, um geeignete Fingersätze und die entsprechende Geläufigkeit zu entwickeln. Wohltuend war die Atmosphäre des Miteinanders: Jeder kommt, um selbst Fortschritte zu machen. Es gibt keine Konkurrenz untereinander. Diese Tage waren eine intensive und bereichernde Zeit für mich! - Sabine Dietzsch
Bei diesem, meinem vierten Osterlehrgang (in Folge) waren ein paar Dinge anders als die letzten drei Male und eine entscheidende Sache absolut gleich. Was war anders: 1) Ich war körperlich nicht ganz so fit, was dazu führte, dass ich dieses Mal nicht in der Lage war, absolut alles mitzumachen, was es im Angebot gab. Dadurch konnte ich viel mehr genießen und auch mal Päuschen machen. Wer hätte es gedacht - es war nicht weniger schön. 2) Ich musste mich im letzten Jahr von glutenhaltigen Lebensmitteln verabschieden, weswegen ich etwas nervös war, ob das gehen könne beim Flensunger Hof. Die Mahlzeiten dort sind nämlich absolute Highlights. Mein Angst war völlig unbegründet. Ohne Probleme wurde ich dreimal pro Tag aufs Tollste glutenfrei verköstigt. 3) Man könnte ja denken, dass die terminbedingte Reduzierung um einen Tag ein absolutes Sakrileg ist für den Osterlehrgang. Weit gefehlt. Es wurde einfühlsam darauf geachtet, dass die vorgenommenen Programme auch in nur 5 Tagen zu schaffen sind. 4) Ich habe mich zum ersten Mal so richtig getraut, zusammen mit 5 tapferen, spontanen Mitstreitenden ein Stückchen zu präsentieren. Diese positive Erfahrung hat sehr gut getan.
Was war gleich: Es war wieder einfach nur eine Riesenfreude dabei gewesen zu sein. Toll ausgewählte Stücke im Starterorchester und den Kammern, die ich besuchte, richtig guter Einzelunterricht, spontane Jam-Sessions und theoretische Beiträge über Kniffe fürs Üben und die Geschichte der Zupf- und Mandolinenorchester in Deutschland sowie Kanada (vertreten durch 2 Gäste von dort). Last but not least ein legendärer Spieleabend, bei dem man immer wieder das ansteckendste Lachen der Welt erleben durfte.
Es dürfen aber doch gerne wieder 6 Tage werden. Meine Begeisterung für den hessischen Osterlehrgang ist ungebremst. Der 30.03. bis 04.04.2027 ist schon mit Arbeits- und Privatleben abgeklärt. Ich freue mich sehr darauf, alle bekannten Gesichter wiederzusehen und neue kennenzulernen. - Clara Weisel
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